• Kontakt
  • Impressum
  • Presse
  • Spielzeit 2018-2019
    • Musiktheater
    • Schauspiel
    • Tanztheater
    • Kinder- und Jugend
    • Konzerte
    • Extras
    • Theater unterwegs
    • Festivals
  • Archiv Übersicht
Musiktheater
Schauspiel
Tanztheater
Kinder- und Jugend
Konzerte
Extras
Theater unterwegs
Festivals
  • Spielzeit
  • KAMMERKONZERT-SPEZIAL
  • Pressedetail
Vir­tuo­se Spiel­kunst in in­for­mel­ler At­mo­sphä­re - Gießener Anzeiger
17.09.2018

Mit­hil­fe beim Um­blät­tern drin­gend er­wünscht: „Kam­mer­kon­zert Spe­zi­al“ im Gro­ßen Haus des Stadt­thea­ters mit Pro­gramm von Brahms bis Pi­az­zol­la

Die „Ca­me­ra“ kann auch grö­ße­ren En­sem­bles Raum bie­ten, wie das „Kam­mer­kon­zert Spe­zi­al“ mit Mit­glie­dern des Phil­har­mo­ni­schen Or­ches­ters am Frei­tag­abend zeig­te. Dies­mal fand es nicht im klein­eren Rah­men des Foy­ers statt, son­dern auf der gro­ßen Büh­ne des Stadt­thea­ters, um auch akus­tisch für die Be­set­zun­gen bis hin zu neun Spiel­ern Luft zu ha­ben.

Das an­spruchs­voll­ste Stück des Abends war oh­ne Zwei­fel Jo­han­nes Brahms’ 3. Vio­lin­so­na­te, dra­ma­tisch, ly­risch und fu­ri­os schwer – nicht zu­letzt für den Pia­nis­ten. Tech­nisch konn­te Ev­ge­ni Ga­nev die­se Her­aus­for­de­rung auch sehr wohl be­wäl­ti­gen. Aber, Don­ner­wet­ter noch eins: Stellt dem Mann doch mal je­man­dem zum Blät­tern an die Sei­te! So kann da kei­ne Mu­sik draus wer­den, wenn je­de hal­be Mi­nu­te der Fluss der Hand, der Mu­sik und je­der grö­ße­ren For­mung durch hek­ti­sches, lau­tes und äu­ßerst sicht­ba­res Um­wen­den un­ter­bro­chen wird. Das kann auch der Gei­gen­part dann nicht mehr zu­sam­men­hal­ten – und wenn er noch so vir­tu­os ge­spielt wird, wie in die­sem Fall von Ivan Kras­tev, des­sen zu­neh­mend in­ten­si­vem Spiel (nach et­was brü­chi­gem An­fang) zu­zu­hö­ren wirk­lich Ver­gnü­gen be­rei­tet hat.

Apro­pos Ver­gnü­gen: Un­gleich ent­spann­ter ge­stal­te­ten sich mu­si­ka­lisch vie­le wei­te­re Stü­cke in der an­ge­nehm in­for­mel­len At­mo­sphä­re auch im gro­ßen Saal. So prä­sen­tier­te das Duo „Him­mel und Er­de“ (Kurt Förs­ter und Hye-Jin Kang) un­ter an­de­rem ei­ne äu­ßerst ge­er­de­te Ver­si­on von Ju­les Mas­sen­ets „Me­di­ta­ti­on aus Thais“ für Po­sau­ne und Har­fe. Und Char­les Gou­nods „Pe­ti­te Sym­pho­nie“ für neun Blä­ser wur­de in ih­rer Men­dels­sohn und Mo­zart be­schwö­ren­den Trans­pa­renz zum leicht­fü­ßi­gen Tri­umph der Holz­bläs­er­grup­pe un­ter Lei­tung der als So­lis­tin in der Par­ti­tur ab­sicht­lich et­was her­aus­ge­stell­ten Flö­te (Ca­rol Brown).

Auch das be­rühmt­e „Ame­ri­ka­ni­sche Streich­quar­tett“ von An­to­nín Dvo­rák ist bei al­lem An­spruch äu­ßerst ver­spielt, vol­ler Witz und Schwung. Im Prin­zip ist das dem Quar­tett (Cor­ne­li­us Jen­sen, Go­woon Ba­ek, Ka­ro­li­na Ryb­ka, At­ti­la Hün­döl) auch gut ge­lun­gen. Die Kon­zen­tra­ti­on brach al­ler­dings nach ei­nem me­di­ta­tiv schlich­ten Len­to­satz im Mol­to vi­va­ce des drit­ten ein. Das en­thu­si­as­ti­sche Fi­na­le konn­te dann das Pu­bli­kum aber wie­der mit­rei­ßen.

Die Rah­mung des Kon­zerts be­sorg­ten die Blech­blä­ser in Ok­tett-Be­set­zung. Los ging es mit dop­pel­chö­ri­gen Sät­zen aus dem Ve­ne­dig der Re­nais­san­ce von Gio­van­ni Ga­brie­li, so­zu­sa­gen ganz her­kömm­lich. Aber dann: Wun­der­bar sen­ti­men­tal Jo­han­nes Oss­wald am Flü­gel­horn mit „Ga­briel­las Sång“ von Ste­fan Nils­son; fet­zig die Ou­ver­tü­re zur Ope­ret­te „Das tro­ja­ni­sche Boot“. As­tor Pi­az­zol­la, der be­rühmt­e ar­gen­ti­ni­sche Tan­go-Kom­po­nist, mach­te den Ab­schluss mit ei­ner Be­ar­bei­tung sei­ner Sui­te aus „Ma­ria de Bue­nos Ai­res“ – gro­ße, schmis­si­ge Kunst des ge­ball­ten Blechs.

 

Karsten Mackensen, 17.09.2018, Gießener Anzeiger

© 2019 Stadttheater Giessen
IMPRESSUM DATENSCHUTZ PRESSE
Nach oben
AUG
SEP
OKT
NOV
DEZ
JAN
FEB
MRZ
APR
MAI
JUN